Manche Speisen schmecken nach Heimat – nach der Kindheit, Geborgenheit und den Sonntagen bei Oma. Schwäbische Linsen mit Spätzle und Saitenwürstle sind ein perfektes Beispiel dafür. Dieses Gericht war in meiner Familie ein Klassiker, der immer wieder auf den Tisch kam – besonders an kalten, grauen Tagen. Das ganze Haus war mit dem Aroma von Linsen, Butter, Brühe und Majoran erfüllt, und schon der Gedanke daran lässt mich heute noch den Hunger spüren.
Dieses Gericht repräsentiert ein Stück schwäbische Tradition; es ist mehr als nur ein Essen und überzeugt mit seiner einfachen, ehrlichen Art. Sämige Linsen, zarte Spätzle und würzige Würstchen – dieses Trio erfreut alle Generationen.
Was sind Schwäbische Linsen mit Spätzle?
In Baden-Württemberg sind Schwäbische Linsen mit Spätzle ein traditionelles Gericht, das man auf keiner schwäbischen Speisekarte vermissen sollte. Tellerlinsen werden normalerweise in einer herzhaften Soße mit Suppengemüse, Tomatenmark und Majoran gekocht und zum Schluss mit Essig verfeinert. Frisch zubereitete Spätzle (oder Knöpfle) und Wiener Würstchen, die kurz im Linsengemüse ziehen, runden das Gericht ab.
Das Besondere: Die Soße ist leicht angedickt durch eine klassische Mehlschwitze – das verleiht ihr diese cremige Konsistenz, die wunderbar zu den Spätzle passt.
Warum Sie dieses Rezept lieben werden
- Echtes schwäbisches Essen: Wie bei Oma – einfach, herzhaft und für jedermann sättigend.
- Einfach und mit Sicherheit gelingend: Perfekt für Kochanfänger, da die Schritte leicht zu befolgen sind.
- Familienfreundlich: Die Würstchen und die mild-würzige Soße sind ein Hit bei den Kindern.
- Ideal für die Vorratshaltung: Die Linsen sind am nächsten Tag fast noch besser.
Zutaten (für 4 Portionen)
- 250 g Tellerlinsen (hellbraun)
- 250 g Suppengrün (Knollensellerie, Möhre, Lauch, Petersilie)
- 1 rote Zwiebel (ca. 80 g)
- 40 g Butter
- 20 g Mehl (Type 405)
- 2 EL Tomatenmark
- 1 TL getrockneter Majoran
- 2 Lorbeerblätter
- 1 l Gemüse- oder Fleischbrühe
- 1–2 EL Balsam- oder Rotweinessig
- Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle
- 400 g Spätzle (fertig oder selbst gemacht)
- 8 Wiener-/Saitenwürstchen (4 Paar)
- 1 TL Butter für die Spätzle

Zubereitung
Schritt 1: Gemüse vorbereiten
Das Suppengrün reinigen, schälen, waschen und in kleine Würfel schneiden. Auch die Zwiebel klein würfeln. Die Petersilie waschen, trocken schütteln und zur Seite legen. Die Linsen nach Wunsch in einem Sieb kurz abspülen.
Schritt 2: Ansatz für die Mehlschwitze herstellen
In einem großen Kochtopf die Butter zerlassen. Dann das Mehl mit einem Schneebesen einarbeiten und bei mittlerer Hitze rühren, bis die Mischung leicht goldbraun wird. Die Basis sorgt später für die typische Bindung der Soße und verleiht ihr einen nussigen Geschmack.
Schritt 3: Gemüse und Linsen rösten
Das vorbereitete Gemüse und die Linsen zur Mehlschwitze hinzufügen und 3–5 Minuten leicht anbraten. Dabei gut rühren, um ein Ansetzen zu verhindern.
Schritt 4: Abschmecken und simmern
Fügen Sie Tomatenmark, Majoran und Lorbeerblätter hinzu. Mit Brühe abgießen und gut umrischen. Unbedeckt etwa 35 Minuten köcheln lassen, dabei hin und wieder umrühren und bei Bedarf etwas Wasser hinzufügen.
Schritt 5: Würzen nach Geschmack
Sobald die Linsen weich sind, würze sie mit Essig, Salz und Pfeffer. Ein wichtiger Hinweis: Den Essig bitte erst am Ende hinzufügen, sonst bleiben die Linsen hart. Entfernen Sie die Lorbeerblätter und hacken Sie die Petersilie fein, bevor Sie sie unterrühren.
Schritt 6: Würstchen aufwärmen
Legt die Würstchen einfach auf das fertige Linsengemüse, schließt den Deckel und lasst alles 5 Minuten warm ziehen. Sie können auch separat in heißem Wasser erhitzt werden.
Schritt 7: Spätzle machen
Spätzle für etwa 1 Minute ins kochende Salzwasser geben, abgießen und mit einem kleinen Stück Butter vermischen.
Darf serviert werden
Heiß serviert sind die Linsen mit Spätzle und Saitenwürstle am besten.
An jedem Teller Portion Spätzle anrichten, löffeln Sie reichlich Linsengemüse darüber und legen ein bis zwei Würstchen obendrauf. Ein Klecks Senf macht das Ganze perfekt.
Top-Tipps
- Essig zum Schluss! Das ist der entscheidende Faktor, damit die Linsen schön weich werden.
- Selbstgemachte Spätzle: Frisch zubereitete Spätzle sind, wenn du die Zeit hast, wirklich besser – sie nehmen die Soße besser auf.
- Vegetarische Option: Verzichte auf die Würstchen und nutze Gemüsebrühe anstelle von Fleischbrühe.
- Würziger Twist: Ein Schuss Rotwein während des Köchelns verleiht dem Gericht eine tiefere Geschmacksnote.
Aufbewahren und Aufwärmen
Im Kühlschrank sind die Linsen 2–3 Tage haltbar und sie lassen sich prima aufwärmen – am besten langsam bei mittlerer Hitze, eventuell mit einem Schuss Wasser oder Brühe.
Sie sind ideal für die Vorbereitung von Mahlzeiten oder fürs Büro am nächsten Tag. Um zu vermeiden, dass die Spätzle zu weich werden, sollten sie am besten separat aufbewahrt werden.
FAQs
1. Kann ich andere Linsen verwenden?
Ja, Berg- oder grüne Linsen sind ebenfalls eine gute Wahl. Allerdings behalten Tellerlinsen eine schöne Bissfestigkeit und passen geschmacklich perfekt dazu.
2. Wie bekomme ich die perfekte Konsistenz?
Eine cremige Soße entsteht durch die Verwendung von Mehlschwitze. Falls du es flüssiger magst, füge einfach etwas mehr Brühe hinzu.
3. Kann man das Gericht einfrieren?
Oh, absolutely! Linsengemüse kann man prima einfrieren. Aber die Spätzle und Würstchen solltest du frisch zubereiten.
4. Passt das auch für Kinder?
Ja – das Gericht ist nahrhaft, mild gewürzt und sättigend. Ideal für das Familienessen.
Fazit
Als echtes Wohlfühlessen sind Schwäbische Linsen mit Spätzle einfach, deftig und schmecken wunderbar. Egal ob für das entspannte Wochenende, den Familienabend oder als Meal-Prep für die Woche: Dieses Gericht zaubert schwäbische Hausmannskost direkt in deine Küche.
Ein Löffel davon, und du erkennst: Heimat ist ein Geschmack.
Sollte dir dieses Rezept zusagen, wirst du meine unkomplizierten Käsespätzle-Rezept mit Röstzwiebeln – Der schwäbische Klassiker für Herz und Seele, schmackhaften Rote Linsensuppe mit Kokosmilch und leckeren Spätzlepfanne mit Gemüse lieben – sie sind alle ideal zum Nachkochen!

Schwäbische Linsen mit Spätzle – Klassisches Hausmannskost-Rezept aus Baden-Württemberg
Kochutensilien
- Großer Kochtopf
- Schneebesen
- Schneidebrett mit scharfem Messer
Zutaten
- 250 g Tellerlinsen hellbraun
- 250 g Suppengrün Knollensellerie, Möhre, Lauch, Petersilie
- 1 rote Zwiebel ca. 80 g
- 40 g Butter
- 20 g Mehl Type 405
- 2 EL Tomatenmark
- 1 TL getrockneter Majoran
- 2 Lorbeerblätter
- 1 l Gemüse- oder Fleischbrühe
- 1 –2 EL Balsam- oder Rotweinessig
- Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle
- 400 g Spätzle fertig oder selbst gemacht
- 8 Wiener-/Saitenwürstchen 4 Paar
- 1 TL Butter für die Spätzle
Anleitungen
- Gemüse vorbereiten:
- Das Suppengrün reinigen, schälen, waschen und in kleine Würfel schneiden. Zwiebel klein schneiden. Die Petersilie waschen und zur Seite legen. Kurz in einem Sieb unter fließendem Wasser abspülen.
- Zubereitung der Mehlschwitze: In einem großen Topf Butter schmelzen, dann das Mehl mit einem Schneebesen einrühren und es unter ständigem Rühren leicht bräunen lassen.
- Gemüse und Linsen anschwitzen: Zwiebel, Suppengrün und Linsen zur Mehlschwitze hinzufügen und 3–5 Minuten anbraten.
- Würzen und köcheln lassen: Tomatenmark, Majoran und Lorbeerblätter hinzufügen, mit Brühe ablöschen und alles umrühren. Ungefähr 35 Minuten bei niedriger Hitze offen köcheln, bis die Linsen weich sind.
- Abschmecken: Mit Salz, Pfeffer und Essig würzen. Lorbeerblätter weggeben, Petersilie fein hacken und unterrühren.
- Würstchen erwärmen: Legen Sie die Würstchen auf das Linsengemüse, schließen Sie den Deckel und lassen Sie sie 5 Minuten ziehen, damit sie warm werden. Alternativ mit heißem Wasser erhitzen.
- Spätzle zubereiten: Spätzle für 1 Minute in kochendem Salzwasser ziehen lassen, abgießen und mit Butter vermengen.
- Anrichten: Die Linsen auf Tellern platzieren, Spätzle und Würstchen ergänzen und sofort anbieten.
